Exkurs - Minimalismus Teil II

Exkurs - Minimalismus Teil II

 

 

 

Der zweite Teil meiner minimalistischen Gedankenreihe schließt direkt am Ersten an.

 

Es geht also ohne große Überleitung direkt weiter!

 

Hier findet ihr nochmal den ersten Teil.


Möbel & Deko

Nichts sagt so viel über einen Menschen aus. Die eigene Wohnung! Und nichts kann so unterschiedlich sein, finde ich...

 

Wohnungen können völlig chaotisch sein, mit viel Kitsch, viel Nippes, mit einer bunten Vielfalt an Materialien und Farben. Grüner Teppich, blaue Tapete, rote Vorhänge.

 

Andere Wohnungen dagegen wirken fast steril, keine Pflanzen, keine Deko.

 

In einigen Wohnungen ist alles penibel aufeinander abgestimmt, als großes Gesamtkonzept oder für jeden Raum extra.

 

Manchmal dominiert Technik, manchmal Gemütlichkeit mit Meter hohen Bücherwänden und Leselampen.

 

Die Einen besitzen große Häuser und bewohnen nur einen Teil davon, die anderen nutzen jeden Zentimeter aus. 

 

Wie seid ihr so eingerichtet?

 

Für mich ist eine Wohnung ein Zuhause, ein Wohlfühlort und absolut nichts was ich weg minimalisieren kann! Es würde natürlich vieles einfacher machen. Man ist wesentlich unabhängiger, wenn man nicht das Bedürfnis hat, überall sein Bett, seine Couch, seine Küche und Co. mitzunehmen. Zudem spart man Platz, das heißt auch Geld für eine große Wohnung und im Endeffekt Zeit für Aufräumen, Putzen und Abstauben.

 

Ich war 3,5 Jahre zum größten Teil von meinen lieb gewonnen Dingen getrennt und ich fand es furchtbar. Ich habe plötzlich meine Stühle vermisst, meinen Schrank, meinen Tisch, meine Pflanzen!! Damit hatte ich nicht gerechnet. Im Gegenteil, ich dachte es muss unheimlich befreiend sein an so wenig Dingen gebunden zu sein.

 

Kurz gesagt unsere Wohnung bleibt voll eingerichtet :-)

 

Worauf ich gut verzichten kann ist überflüssige Deko. Nicht mal Ikea lässt mein Dekoherz noch höher schlagen. Das liegt einfach daran, dass ich meinen Stil gefunden habe und mir die Dinge, die ich besitze schon seit Jahren wahnsinnig gut gefallen. Ich fange nicht mehr an nach Jahreszeiten zu dekorieren oder nach Anlässen (Ausnahme Adventszeit) und Kitsch war noch nie so mein Ding.

 

Ich hab nicht mehr den Drang jeder schönen Vase oder jeder schönen Tasse hinter her zu rennen. Das sehe ich mittlerweile ganz klar: Erstmal zuhause nachsehen, verwenden, aufbrauchen, es ist genug da! Trotzdem bewunder ich natürlich immer wieder schöne Dinge im Geschäft oder bei Freunden.

 

Aber so lang man sich in seinen eigenen vier Wänden wohl fühlt, gibt es keinen Grund jedem Trend hinter her zulaufen oder neidisch auf das Zuhause anderer zu sein. Und das ist unglaublich befreiend!

Dekorative Kosmetik & Accessoires

Grafik zum Thema Minimalismus im Schmuckkästchen auf www.das-beschaeftigt.de

Hier liegt der Hund bei mir begraben! Schuhe, Taschen, Schmuck oder auch Nagellack, Lidschatten und was man sonst noch alles für die Seele brauch. 

 

Hier hilft nur BESCHEIDENHEIT!

  • Brauch ich wirklich den 10. Lidschatten in einem Braunton? 
  • Ist der Schuh wirklich bequem? Kann ich den ganzen Tag damit laufen? Was bringt er mir, wenn ich ihn maximal zum Restaurantbesuch anziehen kann?
  • Habe ich wirklich keine Ohrringe, die ich zu der neuen Bluse tragen kann, wirklich KEINE???
  • Ja die Kette dort im Schaufenster ist wahnsinnig schön, aber werde ich jetzt todunglücklich, wenn ich dran vorbei gehe?

Ich könnte ewig so weiter machen :-) Und ihr merkt schon, kein Mensch brauch so viel Zeug! Hier kann ich euch nur empfehlen, kramt mal regelmäßig in euren Altbeständen. Man findet so viele schöne Dinge, die in die hintersten Ecken der Schublade geraten sind. Schenkt ihnen Beachtung und freut euch, was ihr schon alles zuhause habt!! Auch das Aufbrauchen und dann erst Neukaufen ist ein echt gutes Gefühl, aber gerade bei dekorativer Kosmetik ein Ding der Unmöglichkeit.

 

Spontankäufe versuche ich bei Kosmetik ganz zu vermeiden. Die meisten Dinge sehe ich irgendwo im Internet, auf Youtube, auf netten Blogs und das ist auch gut so. Denn oftmals genügt es mir, den Bericht darüber zu lesen und zu wissen, was es alles gibt. Hab ich das Gefühl ein Produkt passt 100% zu mir, dann wird es erst mal auf die Wunschliste gesetzt. Oft hilft es mir auch noch ein bisschen zu recherchieren, welche Vor- und Nachteile gibt es??

 

Und das große Ziel: Maximal 1 Produkt pro Monat von meiner Wunschliste kaufen.

 

Zugegeben, das klappt nicht immer ;-)

 

Ihr seht schon, in diesem Bereich wird nicht viel aussortiert sondern eher das Neukaufen verhindert. Natürlich habe ich schon ein wenig reduziert und viel Schmuck weggegeben und einige Lidschatten und Kajalstifte in den Müll wandern lassen. Aber der Restbestand ist alles andere als minimalistisch. Obwohl es einem ja wesentlich einfacher bei der Auswahl fallen soll, wenn man sich nur zwischen 3 Ketten anstatt 10 entscheiden muss...vielleicht habe ich hier noch Nachholbedarf. 

Grafik zum Thema Minimalismus bei dekorativer Kosmetik auf www.das-beschaeftigt.de

Auch hierzu kann ich euch nochmal wärmstens den Blog von Phine empfehlen: 

Medien

Grafik zum Thema Minimalismus Zeitaufwand reale und virtuelle Welt auf www.das-beschaeftigt.de

Internet und Handy haben mittlerweile das Fernsehen abgelöst. Das bedeutet nicht, dass dieser nicht läuft, aber eben nur noch als Hintergrundbeschallung.

 

Die Menschen haben keine Zeit mehr Essen zu kochen, zum Sport zu gehen, abzuschalten. Zeit für Smartphone, Tablet und Konsolensport scheint allerdings nie zu knapp zu werden. 

 

Es gehen zum Teil Stunden drauf um nur mal ein bisschen im Internet zu gucken, von einem Blog fliegt man zum nächsten und schwupps...wollte ich nicht eigentlich mal mein Buch fertig lesen?!

 

Nur was ist so problematisch daran?

 

Wie werden ständig mit Dingen überflutet, die uns eigentlich nicht interessieren. Wir haben ständig das Gefühl etwas zu verpassen. Wir drücken ständig auf "gefällt mir" und vergessen wie schön ein Spaziergang im Herbstlaub sein kann. 

 

Wir kriegen mit, wer von unseren Facebook-Freunden krank, arbeitslos oder im Urlaub ist und kapieren nicht, dass unser Partner gerade tierischen Stress mit seinem Chef hat.

 

Wenn wir einen Geburtstag vergessen, rechtfertigen wir uns damit, dass wir keine Erinnerung via Smartphone erhalten haben!! Und über einen virtuellen Weihnachtsgruß, den jeder lesen kann, freuen wir uns mehr als über die selbstgebackenen Plätzchen von Oma. Geht es eigentlich noch??

 

Wir bekommen ständig so viel Input, den wir nicht nutzen können! Was eine Zeit- und Energieverschwendung. Zudem leben wir immer öfters passiv als aktiv im Geschehen zu sein. Was erzähl ich mal meinen Enkeln? Ach du damals, dieses YouTube Video das war absolut der Kracher...mhhh super.

 

So schön das Internet auch ist, es hat für mich definitiv seine Grenzen. Ganz bewusst habe ich mein Facebookkonto gelöscht, zahlreiche Accounts gekündigt und Newsletter abbestellt. Seit einem Jahr ist das Smartphone im Schlafzimmer tabu. Mich hat es tatsächlich auch nervös gemacht nicht mehr so richtig zu wissen, wo um Himmelswillen bist du überall angemeldet und wie waren deine Passwörter?! 

 

Aber ich bin in meinen Augen weit weg davon minimalistisch zu sein. Wie oft schalte ich aus Gewohnheit den Bildschirm meines Smartphones ein? Wie oft öffne ich den Internetexplorer auf dem Tablet, ohne dass ich was bestimmtes suche? Wie oft aktualisiere ich YouTube oder Google um neue Beiträge zu sehen, die einfach noch nicht vorhanden sind? Viel zu oft! In dieser Zeit könnte ich ein Buch lesen, Sport treiben, eine Freundin anrufen und noch tausend andere Dinge tun.

 

Vor einigen Wochen war ich auf einer Fortbildung und hatte das Glück einen Vortrag von Manfred Spitzer zu hören. Hierzu werde ich demnächst das Buch "Cyberkrank! Wie das digitalisierte Leben unsere Gesundheit ruiniert" lesen und euch gerne darüber berichten. 

 

In der Zwischenzeit schaut doch mal hier vorbei. Die App "Quality Time" möchte ich auf jeden Fall testen. Hab aber noch ein bisschen Angst vor dem Ergebnis ;-)

 

Ganz wegzudenken ist die ganze Technik nicht mehr, das wäre auch wirklich zu schade. Denn natürlich will ich weiterhin bloggen und auch eure Blogs lesen, recherchieren oder ab und zu online Shopping begehen. Für mich wäre es aber schon ein riesiges Ziel sich einmal am Tag bewusst ans Tab zu setzen und nicht zehnmal so zwischendurch für 5 Minuten (aus denen dann wesentlich mehr werden).

 

Ich hoffe, ich konnte euch wieder ein bisschen zum Nachdenken anregen.

Bis zum nächsten und letzten Artikel zum Thema Minimalismus!

#meinminimalismus #nurwasichmag #achtsamkeit #digitaleauszeit #aussortieren


Der erste Teil meiner Minimalismus Reihe:


Mich würde es wahnsinnig interessieren, wie ihr mit dem Thema Smartphone umgeht und welcher Wohnungstyp ihr seid!?

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Kommentare: 2
  • #1

    Phine (Mittwoch, 20 Januar 2016 15:01)

    Liebe Jenny, das ist wiedermal ein ganz toller Beitrag! Außerdem großes Kompliment für deine Grafiken - sehr minimalistisch ;) aber auch aussagekräftig....die 100 lidschatten hatte ich bis vor kurzem auch noch! ;))
    Zum Thema Wohnung: Beim Minimalismus geht es ja auch nicht darum, so wenig wie möglich zu haben, sondern bewusst zu konsumieren und auch zufrieden zu sein mit den Besitztümern, die man hat. Wie du schon gesagt hast, wenn man merkt dass man etwas vermisst, dann muss man sich auch nicht extra einschränken, nur weil das von Außen "minimalistischer" wäre. :D

    liebe Grüße,
    Phine

  • #2

    Jenny Zeitvertreib (Samstag, 23 Januar 2016 12:02)

    Hey Phine,

    super, dass dir die Grafiken gefallen, war mir nicht sicher, ob sie verständlich rüber kommen :-D
    Ja das sehe ich auch so. Hab nur das Gefühl, wenn man so im Internet umher geistert, dass Minimalismus zum Teil als Challenge angesehen wird! Das finde ich völliger Blödsinn.

    Ganz liebe Grüße