Exkurs - Minimalismus Teil I

Exkurs - Minimalismus Teil I

 

Hallo liebe Blogbesucher!

 

Ich wandel mal wieder auf neuen Pfaden und möchte euch daran teilhaben lassen.

 

Schon vor einiger Zeit bin ich durch den tollen Blog selbstmachsachen auf das Thema Minimalismus aufmerksam geworden.

 

Was genau das bedeuten soll, könnt ihr z.B. hier nachlesen.

 

Für jeden ist Minimalismus aber ein bisschen was anderes.

 Ich möchte euch in 3 Teilen zeigen, was Minimalismus für mich bedeutet. In welchen Bereichen ich minimalisitisch denke und wo meine Grenzen sind. Außerdem gibt es jede Menge Links zum Weiterlesen!


Was kann Minimalismus?

Wenn man sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, kommt man früher oder später auf das Thema Minimalismus.

 

Die Idee dahinter ist zu hinterfragen, was brauche ich wirklich in meinem momentanen Leben? Was macht mich glücklich? Was ist zu viel? Was belastet mich?

 

Und dann noch einen Schritt weiter gedacht, wie sehr belaste ich mit meinem Konsum die Umwelt? Wie wirkt sich mein Kaufverhalten aus? Verliere ich durch meinen Konsum den Blick auf wesentliche Dinge?

 

Die Schwerpunkte werden hier ganz unterschiedlich gesetzt. Die Einen wollen hauptsächlich Ballast abwerfen, in dem sie aussortieren, entrümpeln und damit auch einen Haufen seelischen Ballast loswerden.

 

Es ist also schon möglich, dass die viel zu klein gewordene Hose im Schrank immer noch da liegt, weil wir mal ein tolles Kompliment dafür bekommen haben. Eine schöne Erinnerung, die man nicht wegwerfen will. Aber macht mich diese Hose wirklich noch glücklich? Oder verspottet sie mich jedesmal nach dem Motto:  Sieh nur was aus dir geworden ist! 

Vielleicht erhoffen wir uns aber auch irgendwann mal wieder reinzupassen. Ist das ein realistisches Ziel, macht mich dieses Ziel wirklich auf Dauer glücklich?

 

Oder die Hose ist einfach noch da, weil sie mal teuer war und es ja viel zu schade wäre, sie in den Müll zu geben. Aber ist sie ungetragen nicht auch irgendwie nur Müll? Würde sich vielleicht noch jemand anderes darüber freuen?

Ihr seht man kann sich tausend Gedanken um ein Kleidungsstück machen und sicherlich auch einiges über sich selbst lernen.

 

Für die anderen bedeutet Minimalismus Zeit gewinnen. Sie kündigen Internetaccounts, legen öfters mal das Handy weg, trennen sich von Scheinfreundschaften und versuchen aufmerksamer durchs Leben zu gehen. Denn Zeit wird in unserer Gesellschaft immer knapper oder? Nein, knapper nicht wirklich. Aber wir nutzen sie oft falsch (schaut euch nochmal das Zitat unter meinem Logo an!)

 

Und für viele hat Minimalismus etwas mit Konsum zu tun. Weniger Konsum, weniger Energieverbrauch, weniger Umweltverschmutzung, weniger Ressourcen, mehr Reparieren, weniger wegwerfen. Nachhaltig leben. In unserer heutigen Gesellschaft eine absolute Herausforderung!!

Einen schöne Artikel dazu findet ihr auf dem Blog minimalismus-leben:

Gastartikel: Minimalismus als Königsdisziplin des nachhaltigen Konsums

Was bedeutet für mich Minimalismus?

Grafik zum Thema Minimalismus auf www.das-beschaeftigt.de

Daniel vom Blog schlichtheit hat dazu aufgerufen, den eigenen Minimalismus vorzustellen. Also schaut gerne bei ihm vorbei und lernt andere minimalisitsche Wege kennen. Meiner ist nur einer von vielen!

 

Ohne, dass mir Minimalismus je ein Begriff war, habe ich schon immer gerne aussortiert und Ordnung gehalten. Wahrscheinlich liegt das an meinem Sternzeichen. Was bin ich wohl für eins ;-)? Von daher gesehen habe ich keine uralten Dinge, an denen ich wehmütig festhalte, oder zumindest nur noch sehr wenige.

 

Trotzdem sammeln sich über die Jahre immer wieder Dinge an, Kleidung, Geschirr, Kosmetik, Bücher, usw. und ich sortiere immer noch regelmäßig aus!!

 

Und da ist auch der Haken!

 

Fängt Minimalismus nicht schon davor an?? Sollte eigentlich! Denn was ich nicht da habe, muss ich auch nicht aussortieren. Das spart Ressourcen, Geld, Zeit, Entscheidungen und vieles mehr. Nur wie gelingt es mir?

 

Minimalismus fängt für mich also definitiv bei weniger Konsum an.

 

Ich übersetze den Begriff Minimalismus gerne mit dem Wort "Bescheidenheit". Bescheidene Menschen müssen nicht mit ihrem Besitz prahlen, sie brauchen keine Statussymbole wie Haus oder Auto. Sie konzentrieren sich auf Zwischenmenschliches, auf Hobbys, auf Familie oder auf ihre persönliche Herzensangelgenheit.

 

Das bedeutet natürlich nicht, dass man diese Dinge nicht haben darf!!!! Aber man sollte sich hinterfragen, wieso brauche ich schon wieder einen neuen Fernseher? Damit ich meine Freunde beeindrucken kann: Seht mal her wie viel Geld ich verdiene!!??

Oder ist es ein Herzenswunsch, den ich mir endlich erfülle, weil der neue Fernseher eben ein viel besseres Bild und Soundsystem hat und ich es liebe Freunde zum "Kino" Abend einzuladen!?

 

Gleich vornweg, ich bin schon immer diejenige, die erst den neuen Fernseher kauft, wenn der Alte kaputt geht. Das ist vernünftig und das hab ich so gelernt, nur aus Jux und Tollerei gibt man nicht so viel Geld für ein Gegenstand aus! Trotzdem fällt es mir nicht in allen Bereichen leicht und es gibt immer wieder Phasen, wo ich dem Shoppingwahn verfalle.

 

Gerade Kleinkram, der erstmal keine Unsummen kostet, landet viel schneller unnötig im Einkaufswagen, als ein neues Bett, dass ich aber dringend nötig hätte!! Ja der 10. Nagellack in der gleichen Farbnuance macht mich eben unheimlich glücklich...wohl eher nicht.

Wie sieht Minimalismus in meinem Kleiderschrank aus?

Grafik zum Thema Minimalismus im Kleiderschrank auf www.das-beschaeftigt.de

Immer wieder habe ich Sachen im Schrank, die nicht mehr passen. Hiermit mache ich kurzen Prozess, weg damit. Alles was noch gut ist wird gespendet, der Rest fliegt in die Tonne oder wird als Putzlappen verwendet. Denn mal ganz ehrlich, egal ob eine Hose drückt oder ein T-shirt schlappert, wohl fühlt man sich damit nicht und getragen wird es auch nicht mehr.

 

Dann gibt es natürlich die berühmten Fehlkäufe. Ich stelle fest, die Farbe passt nicht zu mir, der Stoff kratzt, ich hab nichts zum Kombinieren oder das Teil sieht super aus, ist aber einfach extrem unpraktisch. Ganz klar, diese Fehlkäufe gilt es zu vermeiden! Seht euch mal einen Fehlkauf an und überlegt aus welchem Grund ihr gekauft habt? Trost, Belohnung, Frust, Eile?

 

Manchmal wird man auch dazu überredet und zuhause merkt man: Das ist nicht mein Stil!

 

Es hilft also ungemein beim Einkaufen die Nerven zu behalten! Fragt euch, wann genau will ich das Kleidungsstück tragen? Fühl ich mich wohl? Würde ich es am liebsten sofort anbehalten?

 

Bei mir passiert es oft, dass ich tatsächlich etwas brauche, aber nicht das passende finde. Anstatt dann erstmal nichts zu kaufen, finde ich beim Anprobieren der 10. Jeans auf einmal, dass die Erste doch gar nicht so schlecht war...war sie bestimmt auch nicht, aber eben doch nur 2. Wahl! Und ratet wo sie nach ein paar Wochen liegt... im hintersten Eck meines Schrankes.

 

Ungetragene oder kaum getragene Kleidung auszusortieren finde ich besonders schlimm, aber genauso befreiend!

 

Eine Hürde sind bei mir auch Erinnerungsstücke, T-shirts von Konzerten, Schulabschlüssen oder Vereinen. Die kann man ja wenigstens noch zum Sport tragen...nur tue ich das leider nicht! Denn dafür habe ich zehn andere T-shirts, die etwas aus der Mode sind, aber eben noch gut genug zum Schwitzen.

 

Und dann gibt es noch die Kleidung, die nur für bestimmte Anlässe im Schrank hängt. Hier gilt die Frage, wie viel habe ich davon? Ein schwarzes Kostüm für eine Beerdigung? Ok! Ein Bewerbungsoutfit, ok! 10 schwarze Hosen für den Fall der Fälle? Definitiv zu viel!

 

Die Vorteile an einem übersichtlichen Kleiderschrank liegen auf der Hand:

  • Kein Probieren, ob das Kleidungsstück noch passt
  • Kein Wühlen, bis man etwas findet
  • Keine nicht mehr tragbaren Sachen (kaputt, ausgewaschen, fehlender Knopf)
  • Keine Überforderung ;-)

Der Nachteil: Bei soviel Platz im Schrank wird man glatt wieder zum Neukauf verleitet.

 

Damit sich die Katze nicht in den Schwanz beißt, bedeutet das für mich: Augen auf beim Neukauf!

  • Passt das Kleidungsstück?
  • Ist es bequem?
  • Mag ich den Stoff, bzw. ist er langlebig?
  • Zu welchem Anlass will ich es anziehen?
  • Kaufe ich es nur, weil es günstig ist, im Angebot, um mich zu belohnen, etc?
  • Wie viele ähnliche oder sogar gleiche Kleidungsstücke habe ich bereits im Schrank?
  • Kann ich für dieses Kleidungsstück ein anderes aussortieren (weil es zum Beispiel kaputt ist)?
  • Werde ich mich in einer Woche, einem Monat, einem Jahr noch über dieses Kleidungsstück freuen?
  • Ist das Geld für etwas anders besser investiert?

Fazit: Mein Kleiderschrank wird regelmäßig ausgemistet, ist nicht überfüllt und ich habe meistens einen guten Überblick was ich besitze. Beim 10. Aussortieren fliegt dann auch das Konzertshirt weg, dass ich beim ersten Mal noch nicht weggeben wollte. Dieses peu á peu leichter werden gefällt mir eigentlich ganz gut. Die große Kunst ist das leicht bleiben!

 

Ihr habt ein Kleiderschrank-Problem? Ich kann euch diese Artikel dazu empfehlen:

 

MalMini:

selbstmachsachen:

Grafik zum Thema Minimalismus im Kleiderschrank auf www.das-beschaeftigt.de

Das Ganze gilt übrigens auch für Bettwäsche, Handtücher, Tischdecken und co. ;-)

#meinminimalismus #nurwasichmag #achtsamkeit #aussortieren


Was ist euer Minimalismus? Beschäftigt ihr euch überhaupt damit?

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Kommentare: 2
  • #1

    Phine (Dienstag, 05 Januar 2016 20:16)

    Hallo liebe Jenny :)
    ein ganz ganz toller Beitrag. (Ich liebe es übrigens, dass deine Posts immer etwas länger sind. Du schneidest eben nicht nur die Oberfläche an.) Und ich finde es immer wieder spannend, die Wege von anderen Menschen zu lesen! :)
    Ich habe mich natürlich sehr über deine Verlinkung gefreut und habe mal wieder Lust selber was Neues zum Thema zu schreiben.
    Gerade bei dem Gedanken was Zeit & Freundschaften betrifft, fallen mir auch ein paar Veränderungen im letzten Jahr bei mir auf. Minimalismus hört eben nicht beim Konsum auf.

    Mach weiter so :)
    Liebe Grüße,
    Phine

  • #2

    Jenny Zeitvertreib (Mittwoch, 06 Januar 2016 21:02)

    Hey Phine!

    Danke für deinen lieben Kommentar und dein Lob. Es freut mich sehr, dass du dich durch den langen Text gelesen hast. Ich versuche mich schon immer etwas kürzer zu halten, aber es fällt mir schwer :-)
    Bin froh, dass ich das Thema nun wenigstens dreigeteilt habe, sonst hätte es wirklich den Rahmen gesprengt :-D

    Bin gespannt was du noch zum Thema zu schreiben hast!

    Ganz liebe Grüße
    Jenny