INCI: Alkohol

INCI Alkohol

 

Ein sehr umstrittenes Thema, das im Internet auch reichlich diskutiert wird. Leider fehlen mir ein paar handfeste Studien um mir wirklich eine Meinung darüber bilden zu können. Trotzdem möchte ich euch eine kleine Zusammenfassung über das Thema geben!


Was sucht Alkohol in Kosmetik?

Alkohol wird in Kosmetik hauptsächlich als Konservierungsstoff eingesetzt, da er das Wachstum von Bakterien hemmt. Besonders in der Naturkosmetik ist Alkohol beliebt um auf chemische Konservierungsstoffe verzichten zu können. Alkohol wirkt vor allem im Produkt, da er beim Auftragen z.T. verfliegt. Er dient auch als Lösungsmittel, in dem er Wirkstoffe aus Pflanzen löst. Außerdem soll Alkohol in höheren Konzentrationen antibakteriell und reinigend wirken.

Guter oder böser Alkohol?

 

 

Der Begriff Alkohol steht für eine Reihe von Stoffen! Es gibt langkettige und kurzkettige Alkohole und je nach Anzahl der OH Gruppe 2,3,5 oder 6-wertige Alkohole sowie aromatische Alkohole.

 

Heute geht es um folgende Vertreter:

Wachs-/ Fettalkohole (langkettig)

Kurzkettige Alkohole

Cetyl Alcohol

Cetearyl Alcohol

Stearyl Alcohol

Behenyl Alcohol

Myristyl Alcohol

Alcohol

Ethanol

Alcohol denat

Ethyl Alcohol

Benzyl Alcohol

Isopryl Alcohol

UNPROBLEMATISCH

UMSTRITTEN

 

Wachs- bzw. Fettalkohole

 

Hier sind die Meinungen fast alle gleich! Fettalkohole gehören zu den gewünschten Alkoholen, da sie Feuchtigkeit spenden. Nur in wenigen Fällen werden sie für Hautunreinheiten verantwortlich gemacht. Allerdings werden sie oft aus Palmöl hergestellt (daher bei Codecheck rot gekennzeichnet).

 

Kurzkettige Alkohole in Kosmetik

 

Diese Alkohole sollen ab einer bestimmten Konzentration die Haut austrocknen. Hier beißt sich die Katze etwas in den Schwanz: Die Naturproduktfirmen benötigen eine Alternative zur Konservierung und bedienen sich dem Alkohol, daher findet man hier natürlich die Meinung, dass Alkohol in geringer Konzentration nicht austrocknet.

 

Paula’s Choice wirbt mit Produkten, die kein Alkohol enthalten und gibt eine Studie an, bei der Zellen in eine Konzentration von 3 % Alkohol zwei Tage lang eingelegt wurden. Nach diesen 2 Tagen waren 26% der Zellen abgestorben. Nur wie übertragbar ist dieser Labortest auf unsere Haut? Generell gelten Alkohole als gut verträglich und haben nur sehr geringes Allergiepotenzial!

 

Wo man sich wohl einig ist:

 

Die Menge macht’s. Nur leider wird über die Menge noch gestritten :-)

Alkohol in Konzentrationen über 20% soll definitiv austrocknend wirken. Aber es gibt auch Verfechter, die nicht mehr als 5% Alkohol gut heißen (vor allem über YouTube gesehen).

Einig ist man sich auch darüber, dass Alkohol denat zu dem am wenigsten empfehlenswerten Alkohol zählt. Das ist denaturierter Alkohol, der mit Vergällungsmitteln behandelt wurde. Diese Vergällungsmittel können Phthalate sein, die wiederum im Verdacht stehen hormonell zu wirken. Die Industrie umgeht mit diesem Verfahren die Alkoholsteuer.

 

Fakten zusammengefasst:

  • Fettalkohole sind unproblematisch
  • Produkte mit einem Alkoholgehalt über 20% trocknen aus (oft in Gesichtswasser und -reinigung für unreine Haut, After shave, Deo)
  • Für Sensibelchen gilt, je weniger desto besser
  • Alcohol denat lieber meiden
  • Bedenke auch, die Menge der Produkte macht es. Alkohol in der Reinigung, dann noch im Gesichtswasser und zum Schluss in der Tagescreme könnte zu viel des Guten sein

FAZIT

Generell verzichte ich schon seit langem auf sehr alkoholhaltige Produkte, einfach weil das Deo mit Alkohol brennt und das alkoholhaltige Gesichtswasser ebenfalls! Mir war auch schon immer bekannt, dass Alkohol austrocknen soll, nicht umsonst die Wirkung der Antipickelstifte, etc. Und ganz klar trocken meine Hände bei ständigem Desinfektionsmittelgebrauch (Isopryl Alcohol) auch deutlich aus.

Das jedoch fast in jeder Creme Alkohol enthalten ist, war mir neu und ich habe mich tatsächlich gefragt, ob es dadurch zu Hautirritationen kommen kann. Bei einigen Produkten habe ich sogar den Alkoholgehalt nachgefragt. Von Rossmann habe ich leider keine Informationen erhalten. Weleda hat mir aber eine ausführliche Antwort geliefert und mir mitgeteilt, dass die Tagescreme unter 8% Alkohol enthält, obwohl dieser auch schon unter den ersten 3 Inhaltsstoffen zu finden ist! Da hier aber auch Glycerin enthalten ist (wieder ein anderer Alkohol ;-)), benötigt es nur eine geringe Menge um die Creme zu konservieren. So richtig schlüssig bin ich mir trotzdem noch nicht. Also auch wenn Alkohol relativ weit vorne in der Inhaltsstoffliste steht, kann relativ wenig drin sein. Jetzt bei jedem Artikel den Alkoholgehalt nachfragen??

Momentan benutze ich gar keinen Alkohol in meiner Gesichtspflege und werde das auch noch eine Weile weiter testen! Ich stelle euch dann gerne Produkte dazu vor.

 

 

Hier noch eine ganz tolle Darstellung über das Thema.

Quellen


Meine zwei letzten Beiträge zum Thema "Umstrittene INCI":


Verzichtet ihr auf Alkohol in eurer Kosmetik? Wie sieht es mit geringen Konzentrationen aus?

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Kommentare: 2
  • #1

    Nina (Sonntag, 05 Februar 2017 05:08)

    .Seit ich dahinter gekommen bin, - dies hat länger gedauert - , dass sowohl meine Haut als auch meine Haare und meine Kopfhaut sehr empfindlich auf Alkohol reagieren, verwende ich nur noch Produkte, die entweder keinen Alkohol oder nur Alkohol im unteren Bereich der jeweiligen INCI Liste enthalten. Wenn ich z.B. ein alkoholisches Haarwasser auf meine Kopfhaut auftrug, gingen mir als unmittelbare Reaktion darauf bis zu hundert Haare oder sogar mehr aus. Nach wiederholten Beobachtungen konnte ich den Zusammenhang zwischen Alkohol und unmittelbarem Haarverlust sicher herstellen. Vor dem Auftragen der jeweiligen Mittel habe ich meine Haare immer gründlich gebürstet, um vorab alle schon losen Haare zu entfernen. Somit war dann klar, dass der Haarausfall direkt nach dem Auftragen des jeweiligen Mittels in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Alkohol steht. Gerade Haarwässer gegen Haarausfall enthalten viel Alkohol. In meinem Fall würde ich praktisch durch ein Mittel gegen Haarausfall Haarausfall bekommen. Zunächst konnte ich mir nicht vorstellen, dass ich gegen einen so häufig verwendeten und "bewährten" Inhaltsstoff so empfindlich bzw. allergisch reagiere. Gerade zum Thema Haarausfall wird tendenziell betont, dass das Problem von innen käme (Eisenmangel, Vit B-Mangel, Eiweiß-Mangel, Erkrankung der Schilddrüse, hormonelle Ursachen usw.), was es mir nicht leichter machte, den Zusammenhang zwischen Haarausfall und einem Mittel, das ja "nur" äußerlich angewendet wird, herzustellen.
    Ebenso wie auf Alkohol reagiert meine Kopfhaut empfindlich auf ätherische Öle. Pfefferminzöl soll z.B. denn Haarboden stärken und das Haarwachstum beschleunigen. Um - eventuell noch - von dem positiven Effekt dieses Öls zu profitieren, kann ich es nur stark verdünnt anwenden - ein Tropfen auf ein Glas Wasser. Offenbar bin ich diesbezüglich wie eine Prinzessin auf der Erbse. Da ich ansonsten sehr widerstandsfähig bin, konnte ich mir zunächst kaum vorstellen, dass ich so vorsichtig dosieren muss.
    Auch meine Haut trocknet im Kontakt mit Alkohol und Sulfaten sofort aus. Besonders stellte ich das beim Händewaschen fest. Meine Hände waren nach jedem Waschen spröde und verlangten danach, eingecremt zu werden. Selbst als mild und hautfreundlich bezeichnete ph-neutrale Waschlotionen enthalten Sulfate und Alkohol. Seitdem ich Babypflegebad, das von verschiedenen Herstellern meistens in ein-Liter-Flaschen angeboten wird, verwende, habe ich keine rissigen Hände mehr. Die Babypflegebäder enthalten meistens keine Sulfate, keine Parabene, keinen Alkohol und sind ph-neutral.
    Fazit: So viel versprechend ein Produkt und dessen Hersteller sein mag - wenn Alkohol auf den vordersten Rängen der INCIS steht - ist es aussortiert. Vieles kommt gar nicht mehr in Frage und man spart nebenbei eine Menge Geld.

  • #2

    das-beschaeftigt (Freitag, 10 März 2017 19:23)

    Hallo Nina,
    danke für deinen Kommentar. Da reagierst du ja wirklich heftig. Vor allem bis man erstmal herausgefunden hat, was man nicht verträgt :-/
    Alkohol ist leider wirklich oft enthalten und ätherische Öle auch, vor allem auch in Naturkosmetik :-( Aber immerhin weißt du auf was du achten musst!!
    Das mit dem Babypflegebad ist ein guter Tipp. An den Händen bin ich nicht mehr so empfindlich, wir nehmen momentan ganz normale Seife aus meiner Kinder-Seifensammlung :-D was weg muss, muss weg. Aber zum Baden brauche ich endlich mal wieder etwas mildes!
    Ganz liebe Grüße
    Jenny