INCI: Aluminium

INCI Aluminium

 

 

Aluminium im Zusammenhang mit Deo und Brustkrebs ist mittlerweile bekannt. Doch Aluminium ist ein viel umfangreicheres Thema, was macht es zum Beispiel im Impfstoff und in Medikamenten? Und wie geht es unserer Umwelt mit dem vielen Alu?

 

Ein spannendes Thema, wie ich ich finde... 


Was ist Aluminium?

Aluminium ist ein Leichtmetall und kommt zusammen mit Silicium und Sauerstoff in unserer Erdkruste vor. Bis jetzt wurde noch kein biologisches System entdeckt, dass Aluminium nutzt oder benötigt, d.h. für uns ist Aluminium unbrauchbar und kommt eigentlich nicht in unserem Körper vor.

Wo wird Aluminium verwendet?

Schaubild Verwendung von Aluminium

Heutzutage findet man es überall, z.B.:

  • als Verpackungsmaterial in Dosen, Bechern, Kaffeekapseln, Alufolie, etc.
  • als Bauteile für Fahrräder, Flugzeuge, Maschinen, Töpfe, etc.
  • auch in Zement und Keramik sind kleine Mengen Aluminium vorhanden

 

Doch hier vermutet man es eher weniger:

Was macht Aluminium in Medikamenten?

Es wird vor allem als Aluminiumhydroxid in Medikamenten gegen Sodbrennen eingesetzt.

 

Hier reagieren die Aluminiumionen mit der Magensäure und neutralisieren den pH-Wert. In der Packungsbeilage findet man einen Warnhinweis, dass es zu Aluminiumeinlagerungen kommen kann. Das kann zu Hirnschäden, Demenz und Blutarmut führen.

 

Viele Medikamente sind jedoch trotzdem frei verkäuflich und es wird oft nicht vor einer Dauermedikation gewarnt.

 

 

Aluminiumsalze werden auch in Medikamenten für Dialysepatienten eingesetzt. Es dient dazu Phosphat im Darm zu binden und auszuscheiden (Phosphatbinder). Es wird heute bereits seltener verwendet, da es durch die Aluminiumeinlagerung im Körper zu Schäden im Nervensystem kommen kann (z.B. Sprach- und Bewegungsstörungen).

Was macht Aluminium in Kosmetika?

Aluminiumhaltige Kosmetik
  • In Sonnencreme fördert Aluminiumhydroxid die Verteilbarkeit auf der Haut und erhöht den Lichtschutzfaktor, daher ist es oft in Sonnencremes mit LSF 50 enthalten.
  • In Zahnpasta (Alumina, Aluminiumoxid) wird es als Schleifstoff verwendet.
  • Es bewirkt das Flüssigkeit in Gel umgewandelt wird, z.B. in Cremes oder Augengels.
  • Aluminiumsalze (Aluminium Chlorhydrate, Aluminiumchlorid, Alaune, Kaliumaluminiumsulfat) in Deos verkleben die Poren und wirken schweißhemmend und antibakteriell. Es wird jedoch mittlerweile immer stärker mit dem Auftreten von Brustkrebs in Verbindung gebracht.

Generell wirkt Aluminium in Kosmetik irritierend und hautreizend.

Was macht Aluminium in Impfstoffen?

Es wird auch als „dirty little secret“ bezeichnet, denn nur wenige wissen, dass Aluminiumhydroxid in Impfstoffen vorhanden ist. Außerdem weiss man nicht wie das Aluminium wirkt. Es wurde lediglich festgestellt, dass man durch Aluminiumzugabe den Wirkstoff der Impfung verstärkt. Was dann mit dem Aluminium im Körper passiert ist unklar. Da es zu keiner sofortigen Reaktion kommt, ging man bis jetzt davon aus, dass das Aluminium mit dem Urin ausgeschieden wird und erklärte es als ungefährlich.

Was macht Aluminium im Trinkwasser?

Es wird generell zur Reinigung von Wasser in Swimmingpools, aber auch zur Aufbereitung von Trinkwasser verwendet. Auch in unserer Region ist dies der Fall und der Aluminiumgehalt wird laut Trinkwasseranalyse mit unter 0,02mg/l angegeben (Grenzwert liegt bei 0,2mg/l).

 

 

In Frankreich konnte man in Regionen, in denen das Trinkwasser mit Aluminium gereinigt wurde, eine höhere Erkrankungsrate von Alzheimer feststellen. Dadurch wurde in vielen Teilen Frankreichs auf eine Reinigung des Trinkwassers mit Aluminium verzichtet. Wie hoch die Aluminiumwerte im Wasser waren weiß ich jedoch nicht.

Welche Bedeutung hat Aluminium in der Ernährung?

Nachweislich nehmen wir den größten Teil Aluminium über Trinkwasser und Nahrungsmittel zu uns. Die EFSA hat mittlerweile einen Grenzwert von 1mg Aluminium pro kg Körpergewicht in der Woche festgelegt. Jetzt fragt sich nur, wie man das kontrollieren soll ;-)

 

Generell haben wir natürlich viele Aluminiumquellen und besonders Kinder erreichen den Grenzwert sehr schnell. Daher sollte jeder für sich überlegen, wo er ein bisschen Aluminium einsparen kann.

Aluminium in Lebensmittel

Einige Lebensmittel weisen einen hohen Aluminiumgehalt auf. Durch Düngung oder sauren Regen wird Aluminium aus seiner eigentlichen Verbindung gelöst und geht vom Boden in die Nahrungsmittel über. Außerdem kann durch die Verarbeitung Aluminium ins Lebensmittel gelangen.

 

Belastet sind vor allem:

  • Salate
  • Getreide
  • Hülsenfrüchte
  • Kaffee
  • Kakao und Schokolade
  • Apfelsaft (durch Lagerung in Aluminiumtanks)
  • Gewürze, wie Pfeffer und Paprikapulver (sehr hoher Aluminiumgehalt, wird aber nur in kleinen Mengen verwendet)
  • Tee (wird auch nur in geringen Mengen verwendet und der Aluminiumgehalt geht nicht vollständig ins Wasser über)
  • Laugengebäck (z.T. in großen Mengen; die Lauge löst das Aluminium aus dem Aluminiumblech auf dem die Gebäckstücke liegen)
  • Babynahrung

Aluminium als Zusatzstoff

Aluminium wird außerdem als Farbstoff, Trennmittel oder Stabilisator in der Industire eingesetzt.

Meist ist in der Bezeichnung das Wort Aluminium enthalten (z.B. Aluminiumnatriumsulfat).

  • E 173
  • E 520-523
  • E 554-556
  • E 598

 

Auch Lebensmittelfarbstoffe können mit Aluminium belastet sein.

Aluminium in Verpackungen

Lebensmittel-Verpackungen mit Aluminium

Aluminium ist ein typisches Verpackungsmaterial. Aluminiumhaltige Verpackungen, die das Lebensmittel berühren müssen beschichtet sein. Trotzdem hat man in Tomatenmark, Apfelmus und Salzhering größere Mengen Aluminium gefunden. Auch die Kaffeekapseln scheinen durch den Abrieb bei der Kaffeezubereitung Aluminium abzugeben. Wer hier also ein ungutes Gefühl hat, sollte auf andere Materialien wie Glas oder Kaffeepads umsteigen.

 

 

Fakt ist auf jeden Fall, dass die beliebte Alufolie ihre Grenzen hat. Wenn man mal genauer auf die Verpackung schaut, findet man hier auch einen Warnhinweis!!

 

Aluminium wird durch Salz, Säure oder auch einer Lauge (Laugengebäck) aus der Folie gelöst und geht ins Lebensmittel über. Vor allem Tomaten, saure Gurken, Zitronen, Salami und Schinken sollten nicht in Alufolie verpackt werden.

 

Die Alufolie kann sich sogar auflösen und löchrig werden. Innerhalb von 5 Tagen steigt der Aluminiumgehalt des Lebensmittels ums 3 bis 4-fache. Auch Gerichte, die in Aluschalen zubereitet werden, weisen nach dem Garen erhöhte Aluminiumwerte auf.

Alufolie mit Warnhinweis

Welche Erkrankungen werden mit Aluminium in Verbindung gebracht und warum?

Schaubild Aluminium und mögliche Erkrankungen

Alzheimer

  • Hier forscht vor allem der Wissenschaftler Christopher Exley in England
  • Das Aluminium in großen Mengen als Nervengift wirkt ist mittlerweile unumstritten, trotzdem kann man noch nicht genau sagen, ob es tatsächlich Alzheimer auslöst oder fördert
  • Obwohl Aluminium nicht im Körper vorkommt, kann man heute bei jedem Menschen etwas Aluminium im Gehirn nachweisen. Bei Alzheimerpatienten ist die Konzentration wesentlich höher. Man vermutet, dass diese Konzentration dazu führt, dass die Erkrankung früher und heftiger auftritt.

Makrophagische Muskelentzündung

  • Eine relativ neu entdeckte Erkrankung, die mit starken Muskelschmerzen, Müdigkeit und Gedächtnisschwäche einhergeht
  • Das entzündete Muskelgewebe weist Fresszellen gefüllt mit Aluminium auf
  • Es wird vor allem in Verbindung mit den Einstichstellen von aluminiumhaltigen Impfungen gebracht. Bei den meisten Menschen scheint das Aluminium tatsächlich über den Urin ausgeschieden zu werden, bei einem kleinen Teil verbleibt es in den Fresszellen und gelangt vom Muskel ins Lymphsystem und dann ins Gehirn.

Brustkrebs

  • Aluminiumsalze in Deos sind zwar noch nicht verboten, aber es zeichnet sich ein deutlicher Trend in Richtung aluminiumfreie Deos ab
  • Man vermutet, dass das Aluminium aus Deos sich im Brustgewebe einlagert
  • Die Onkologin Dr. Philippa Darbre hat verschiedene Versuche durchgeführt
  • Sie hat gesunde Brustzellen mit Aluminium in Verbindung gebracht. Nach einem Jahr konnte man eine Tumorentwicklung feststellen. Aluminium kann also gesunden Brustzellen in Krebszellen umwandeln.
  • Die Aluminiumbefürworter oder auch die Kosmetikindustrie argumentiert damit, dass das Aluminium gar nicht oder nur in winzigen Mengen über die Haut in den Körper gelangt und somit unschädlich ist. Ein Beweis dafür gibt es meines Wissens nicht.
  • Die Onkologin hat außerdem eine Vergleichsstudie durchgeführt, in dem sie die Brustflüssigkeit von Brustkrebspatientinnen mit der von gesunden Frauen verglichen hat. Die Brustflüssigkeit weist bei Frauen mit Brustkrebst einen wesentlich höheren Aluminiumwert auf.
  • Sie hat auch herausgefunden, dass die Bewegungsart der Krebszellen durch das Aluminium beeinflusst wird und sich die Krebszellen somit schneller im Körper ausbreiten können.

Allergien

  • Neben dem Versuch mit den Mäusen in Wien konnte man beobachten, dass das Allergierisiko bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft Medikamente gegen Sodbrennen eingenommen haben, doppelt so hoch ist.

Welche Rolle spielt Aluminium bei der Allergieforschung?

Um herauszufinden wie Allergien entstehen und wie Therapien und Heilungsmethoden in Zukunft aussehen könnten werden Tierversuche durchgeführt.

Hierbei wird Mäusen eine Lösung aus Aluminiumhydroxid und dem jeweiligen gewünschten Allergen (z.B. Apfel, Nüsse) verabreicht. Daraufhin weisen die vorher gesunden Mäuse eine Allergie, z.B. gegen Äpfel, auf.

 

Aluminium kann also Allergien auslösen, in dem es das Immunsystem gegen eine gleichzeitig verabreichte Substanz scharf macht.

Wie bekomme ich Aluminium wieder aus dem Körper?

Wenn Aluminium erstmal im Gehirn ist, kann es wohl nicht mehr abgebaut werden
So lange es noch im Körper kursiert, kann siliziumhaltiges Wasser die Ausscheidung von Aluminium über den Urin fördern.

Recycling

Generell ist die Aluminiumproduktion eine große Umweltbelastung. Neben dem hohen Energieverbrauch für die Gewinnung von Aluminium aus dem Boden, werden vor allem viele Chemikalien verwendet. Als Abfall entsteht ein giftiger, ätzender Rotschlamm, der weitaus mehr Platz einnimmt als die eigentliche Aluminiumfabrik!

Trotz allem lässt sich Aluminium gut recyceln und gehört in den gelben Sack. Damit Maschinen den Müll richtig trennen können, sollten wir beim Wegwerfen ein paar Dinge beachten:

  • Aluminiumdeckel vom Becher/ Schale trennen
  • Plastikverschlüsse abdrehen
  • Keine vollen Tüten oder Becher wegwerfen
  • Müll nicht ineinander verkeilen

Wie kann ich Aluminium reduzieren?

  • Aluminium aus dem Badezimmer verbannen, hier braucht man es nicht wirklich
  • Aluminiumhaltiges Trinkwasser nur zum Kochen verwenden und nicht als Trinkflüssigkeit
  • Alufolie nur verwenden, wenn sie nicht mit dem Lebensmittel in Berührung kommt. Ansonsten auf Frischhaltefolie zurückgreifen.
  • Im Backofen kann statt Alufolie Backpapier verwendet werden
  • Fertiggerichte in Aluschalen (z.B. Schlemmerfilet, Lasagne, etc.) zum Erhitzen in eine Auflaufform geben
  • Lasagne und Nudelgerichte lieber beim Italiener essen statt nach Hause liefern lassen ;-)
  • Evtl. auf Glasverpackungen umsteigen
  • Fertigprodukte mit Aluminiumzusätzen meiden
  • Konsum von stark gefärbten oder kakaohaltigen Lebensmitteln einschränken
  • Evtl. auf Biolebensmittel umsteigen. Vermutlich enthalten diese weniger Aluminium, da die Böden weniger gedüngt werden.

 

FAZIT

Ich hoffe, es war nicht zu viel Information. Ich finde die Zusammenhänge wichtig um entscheiden zu können, wo es Sinn macht auf Aluminium zu verzichten. Denn ganz klar ist, die Menge macht das Gift. Meine Deos sind mittlerweile auf jeden Fall aluminiumfrei und auch meine Augenpflege habe ich überprüft, da ich um meine Augen ungern einen irritierenden Stoff auftragen möchte.

Trotzdem ist es natürlich wichtig sich impfen zu lassen und wir können nur drauf hoffen, dass bald ein besserer Hilfsstoff dafür gefunden wird.

Auch Cremes, die ich nur selten auftrage, z.B. Sonnenschutz müssen für mich nicht zwingend alufrei sein. In Zahnpasta kann ich dagegen wieder super drauf verzichten.

Ernst nehmen werde ich auch den Warnhinweis auf der Alufolie, den ich vorher noch nie beachtet habe :-/. Tatsächlich habe ich öfters Wurst, Käse, Pizzareste oder auch einen halben Apfel in Alufolie gepackt. Hier wird jetzt definitiv die Frischhaltefolie zum Einsatz kommen! Und der Umwelt zuliebe werde ich mich nach alternativen Verpackungen umsehen (vielleicht die Milch in Glasflaschen kaufen!?).

 

Wer sich für das Thema interessiert, hier zwei sehr gute Dokumentationen dazu (über YouTube gesehen):

 

  • WDR – Der große Haushaltscheck „Alles Alu – wie schädlich sind Deos, Kaffee und Co?“
  • arte – Die Akte Aluminium

 

Quellen

Blogparade: EiNaB

Ergänzung zum Thema (03. Juni 2016):

Eine erhebliche Menge von Aluminium aus Grillschalen geht beim Grillen durch Salz und Säure aufs Grillfleisch über.

Die aktuelle kurze Doku darüber von plusminus findet ihr hier.

 


Mein letzter Beitrag zum Thema "Umstrittene INCI":


Wo spart ihr Alu ein? Achtet ihr auf Alu-freie Deos?

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Kommentare: 1
  • #1

    Maria (Montag, 06 Juni 2016 19:01)

    Hallo!

    Vielen Dank für Deinen großartigen Beitrag über dieses sehr wichtige Thema. Er gibt einen guten Überblick über die Problematik mit Aluminium.

    Mir ist das Thema auch sehr wichtig, seitdem ich den Film gesehen habe, vermeide ich es so gut ich kann. Koservendosen kaufe ich gar keine mehr, Alufolie war mir immer schon suspekt.

    Leider habe ich früher tatsächlich ein Deo mit Aluminium verwendet, das habe ich nach dem Film natürlich sofort entsorgt. Statt dessen verwende ich selten selbst gemachtes Deo, die meiste Zeit gar keines mehr. Klappt auch so, überraschend! Seitdem ich kein Deo mit Aluminium mehr verwende, stinke ich nach einer Übergangsphase gar nicht mehr.

    Danke fürs Verlinken zu EiNaB! Kennst Du auch unsere FB-Gruppe?

    lg
    Maria